Deviant Login Shop  Join deviantART for FREE Take the Tour
×

:iconbeaucyphre: More from BeauCyphre


More from deviantART



Details

Submitted on
August 24, 2007
File Size
4.6 KB
Link
Thumb

Stats

Views
296
Favourites
6 (who?)
Comments
4
Downloads
24
×


Die Welt dahinter

* Eine Geschichte von Louis Cyphre *

Inspiriert durch Die Tiefe von Beau Cyphre und eines meiner Verbrechen


Fotografieren ist schon lange mehr als ein amüsantes Spiel für mich.
Als ich damit angefangen habe, war es nicht mehr.
Der Fotoapparat war ein neues Spielzeug, die Entwicklung der ersten Filme ein teures und zweifelhaftes Vergnügen. Irgendwann war ich in der Lage, selbst zu entwickeln, und dann entdeckte ich den unkomplizierten Prozess der digitalen Fotografie, die mir ein neues Maß an Freiheit erlaubte. Es war ein überwältigendes Maß an Freiheit, und ich konnte endlich genau so fotografieren, wie ich es mir immer gewünscht hatte: Mit der Geschwindigkeit von Augenblicken.
Ich legte mir eine Speicherkarte zu, die wie ein Fass ohne Boden war und alles aufnehmen konnte, was ich ihr zu schlucken gab, und so machte ich mich auf meine ersten Streifzüge.

Ich war schon immer fasziniert davon, etwas im Bild festhalten zu können, das flüchtig war. Alle Dinge sind flüchtig, die einen mehr, die anderen weniger. Aber alles vergeht.
Wenn ich eine Wolke oder einen Sonnenuntergang fotografiere, kann ich den Prozess mit bloßem Auge verfolgen. Es braucht nicht viele Bilder, bis die Sonne hinter den Bergen untergegangen oder die Wolke zu einer neuen Form aufgeplustert oder in viele kleinere Teile zerfasert ist.
Lichte ich dagegen eine Blume, einen Baum, einen Menschen oder eine Landschaft ab, wird mein Auge trügerisch. Auch diese Dinge sind flüchtig und verändern sich in jeder Sekunde. Aber das Vergehen lässt sich schwerer beobachten, die Stadien des Prozesses schwerer festhalten. Ich brauche Geduld und eine ruhige Hand, und ich muss in der Lage sein, zu verschiedenen Zeiten den geeigneten Standort zu finden, um mein wandelbares Objekt zu bannen. Wie viele Bilder benötige ich? Was macht den Prozess wirklich sichtbar? Ist der Prozess das Entscheidende, oder ist es dieser eine Augenblick in der Zeit, in dem ein Ding seinen Höhepunkt, die Blüte seiner Kraft erreicht?

Ich glaube, es ist dieser eine Augenblick, der mich am allermeisten fasziniert, und die meisten meiner Bilder versuchen genau diesen Augenblick festzuhalten: Den Moment, in dem die Dinge unsterblich sind.

Anfangs war es der Prozess der Flüchtigkeit, der mich fesselte. Es war für mich eine Herausforderung, sogar das Vergehen grober Materie, eines Felsens oder einer synthetischen Substanz wie Plastik sichtbar zu machen. Ich setzte diese Dinge Kräften aus, die ich auf sie einwirken ließ, nutzte die Schwerkraft, Hitze und Kälte sowie die zerschmetternde Macht irrwitzig beschleunigter Projektile, um eine sichtbare Veränderung herbeizuführen, die sich innerhalb der Spanne meines Lebens abbilden ließ. Denn auch ich war flüchtig, und diese plötzliche Erkenntnis versetzte mich in Angst und Schrecken.
Ich lag wach und fragte mich, wie ich diesen einen Umstand hatte übersehen können! Und während der Schweiß auf meiner Haut trocknete und ich mich immer wieder hin- und herwarf, ohne Schlaf finden zu können, reifte in mir der Entschluss, das zu fotografieren, dieses eine, dem ich so sehr ausgewichen war. Aber es direkt abzubilden war eine Unmöglichkeit, und so nutzte ich Spiegel, um den direkten Kontakt, die unmittelbare Interaktion zu vermeiden. Es war beinahe der Aberglaube eines Indianers, der seine Seele in Bedrängnis sah. Ich betrachtete die Ergebnisse, verglich, sortierte, bearbeitete und veränderte.
Es war ein Fremder, den ich betrachtete, und der Schwung der Nase, die Form der Augen, die Wölbung der Lippen kam mir obszön vor in ihrer permanenten Wandelbarkeit. Das Objekt schnitt Grimassen, legte die Stirn in Falten, vollführte unbeschreibliche Gesten, die mich an seinem Verstand zweifeln ließen. Ich arbeitete mit Farben, Effekten, Belichtungen und konfrontierte mich Tag für Tag mit dem Spiegelbild, das ich erst als mich selbst erkannte, als ich jede Verfremdung beiseite ließ und das pure, unverfälschte Bild betrachtete. War das eine Falte auf seiner Stirn, die vorher nicht da war?
Ich hielt den Atem an, nahm die Kamera zur Seite und schaute mich nun nicht mehr über das Display, sondern direkt im Spiegel an. Mein Abbild war erstarrt, die Haut wächsern und die Lippen sehr schmal. Die Augen schwammen in Tränen, als sich im nächsten Augenblick mein Magen zusammenzog und ich alles erbrach, was in mir war.
Als ich mich aufrichtete, griff ich nach der Kamera und richtete das Objektiv direkt auf mein Gesicht. Ich drückte den Auslöser, und mein Herz blieb stehen.
The Dark im BUCH DER TRÄUME


Beau Cyphre / Art & Photography



Love is a drug, I realize that now, and there's no way out of my misery: I have to do what you want me to do, and you don't need to tell. This is automatic, and so I push you against the wall and spread your legs with one single move. We're sealed in a kiss, but I feel out of my body and seem to be a complete stranger now: A stranger's body possessed by my demon making love to you really old school, and this body fucks you like an animal. This body's mine, this body's me, and this body's also the sun, and I feel your reflecting heat in the same way he does, and finally so close to my orgasm I understand what's meant by the holy and the secret divine things, and our ménage à trois becomes trinity. Lust U always and say a prayer...

Taken from:


* U want to read some of my stories as an eBook? *

Get them on

GiADA's erotic stories

&

Amazon
Add a Comment:
 

The Artist has requested Critique on this Artwork

Please sign up or login to post a critique.

:iconelleka:
Elleka Aug 6, 2010  Student Photographer
Ein Freund hat mir heute Morgen einen Link zu einer seiner Geschichten geschickt. Sie war lange vor meiner Fotografiezeit entstanden und es ging natürlich auch nicht um mich, aber dennoch fühlte ich mich eins mit seiner Story. Sie rief den Traum von dieser Nacht zurück, einen Traum der gleichzeitg schön und böse war, den ich verdrängen und nie vergessen wollte.
Ich lief durch mir unbekannte Gegende, und sah Bilder, Landschaftsbilder, Naturbilder, atemberaubende Motive vor meinen Augen. Der Tag und die Nacht gingen zusammen durch diese Bilder und die Jahreszeiten spielten miteinander. Unbekannte Blumen und gewächse, von übernatürlicher Farbe und Schönheit, zirrten die Ränder meiner Bilder, wie lebendige Rahmen, und fremde Menschen lächelten mir zu. Ich hab diese Orte in meinem Leben noch nie gesehen. Der nebelige Sonnenuntergang und die geisterhaften Bäume, die eine Allee verfolgten, die sanft-grünen Felder und der Landweg, der sich in der Weite verlor… der endlosweite Himmel, der über mir schwebte. Das alles schien so nah, so perfekt, so unerreichbar. Aber alles hat eine Makke. Auch ein Traum. Ich hielt meine Kamera natürlich in meinen Händen und mein Auge schaute natürlich immer wieder durch den Sucher. Und mein Zeigefinger drückte schon routinemäßig auf den Auslöser, aber anstatt eines kurzen „Schotts“, kam ein sehr langes, unendlich dauerndes „Schooooooooot“, die Bilder die ich mit meinen beiden Augen sah, konnte ich nicht mit dem Objektiv der Kamera festhalten. Ich sah atemberaubende Motive, so schön, dass es fast schon weh tat, aber ich konnte sie mit niemandem teilen. Ich spürte schon wie Tränen in meine Augen kamen…immer wieder versuchte ich verzweifelt auf den Auslöser zu drücken, drehete mich im Kreis und lief immer weiter, aber keines der Bilder, wurde auf die Matrix in meiner Kamera übertragen. Sie wurden nur in meinem Kopf gespeichert, jetzt konnte ich mich immer noch an die ewige Schönheit der Bilder erinnern, die ich mir selbst erträumt hatte…

Es ist eine Schande, dass ich diese Bilder nicht mit euch teilen kann. Ich kann nicht alles fotografieren, was ich sehe, denn manchmal sehe ich nur mit meinem Innerenauge, aber genau das ist es, was ich lernen will, die Bilder vor meinem Inneren Auge festzuhalten. Genau, das will ich euch zeigen, genau das will ich können.

Das habe ich schon vor einer Woche geschrieben Bo, direkt an dem Tag, an dem du mir den Link zu „Die Welt dahinter“ geschickt hast.
Und heute habe ich esmir alles noch mal durchgelesen, deinen Taxt und meinen auch noch mal… und es ist so still, auch wenn meine Brüder im Nebenzimmer wild rumdiskutieren, auch wenn die Vögel im garten hinter meinem Fenster irgendeine Geschichte auf ihrer Sprache zwitschern. Es ist so still, das man die Welt atmen hört. Und wenn ich ganz lange unbewegt dasizte und absolut nichts mache, bildeich mir ein, sehen zu können wie sich die Welt dreht. Und dann nehme ich meine Kamera und sie macht „Shoot!“ und ich habe die zeit in einem Bild gefangen, den Augenblick erwischt, wie beim Fangen…oder bei Hide-and-Seek und jetzt muss der Augenblick hinter mir her laufen, er wird mich jetzt mein Leben lang verfolgen, aber nicht zu fassen bekommen, er ist nämlich in meinem Bild…


23.juli +6.August
Reply
:iconbeaucyphre:
BeauCyphre Aug 7, 2010  Professional Writer
Es ist spannend, wie du dich mit etwas auseinandersetzt und dann etwas ganz Eigenes daraus machst, und so führt eine Geschichte zu einer anderen - oder vielleicht sind alle Geschichten ja in einer einzigen großen Geschichte enthalten, wie in diesen Puppen oder Figuren, die ineinander verschachtelt sind. Kennst du die?
Jedenfalls danke ich dir sehr, dass du meinen Text gelesen und weiter geführt, in etwas anderes übergeleitet hast. Ganz besonders gefällt mir diese Stelle:

"...und es ist so still, auch wenn meine Brüder im Nebenzimmer wild rumdiskutieren, auch wenn die Vögel im garten hinter meinem Fenster irgendeine Geschichte auf ihrer Sprache zwitschern. Es ist so still, das man die Welt atmen hört. Und wenn ich ganz lange unbewegt dasizte und absolut nichts mache, bilde ich mir ein, sehen zu können wie sich die Welt dreht."

So fangen die besten Geschichten an: Mit etwas, das in deiner wirklichen Welt passiert. Und von dort an geht es tief runter in den Kaninchenbau. :heart:
Reply
:iconcorazon777:
Corazon777 Mar 21, 2009  Hobbyist Photographer
Ich weiß noch, wie Du mir diese kleine Geschichte das erste Mal vorgelesen hast. Ich konnte nichts Besonderes daran entdecken, und ich war im Gegensatz zu vielen anderen von Deinen Sachen auch nicht begeistert. Jetzt aber habe ich Die Welt dahinter in Deinem Journal wieder entdeckt, habe die Story noch einmal gelesen und war ganz anders berührt, bekam sogar Gänsehaut beim Lesen.
Reply
:iconbeaucyphre:
BeauCyphre Mar 21, 2009  Professional Writer
Ich weiß selbst nicht so genau, was ich von der Geschichte halten soll. Es war ja nichts weiter als ein Experiment, das aus Gedanken zum Fotografieren entstanden ist. Aber dann ist es irgendwann zu einer Art Geistergeschichte geworden.
Reply
Add a Comment: